Intelligente Pumpentechnologie vorgestellt: Einblicke von KNF CSMO und CTO im Interview
Mit der Einführung einer völlig neuen Membranpumpen-Generation verschiebt KNF erneut die Grenzen der Pumpentechnologie. Unser Interview gewährt Einblicke in die Hintergründe dieser Entwicklung.

Die Einführung der neuen Intelligent Pump Features von KNF stellt eine bedeutende Entwicklung der Membranpumpentechnologie dar. Im Interview erläutern Chief Technology Officer Christian Kissling und Chief Sales and Marketing Officer Reto Furrer die technischen Hintergründe dieser Innovation sowie die Marktanforderungen, die diese Entwicklung ausgelöst haben.
Was sind die wichtigsten Vorteile der neuen intelligenten Pumpen für Kunden?
Reto Furrer: Die Intelligent Features stellen einen großen Fortschritt in Bezug auf Präzision und Steuerung dar. Alle Pumpen, sowohl für Vakuum-, als auch für Gas- oder Flüssigkeitsanwendungen, nutzen integrierte Sensoren und einen geschlossenen Regelkreis, die Echtzeitanpassungen an externe und interne Veränderungen ermöglichen. Das führt zu einer besseren Leistung und Effizienz sowie mehr Präzision und Zuverlässigkeit. Zudem erleichtern die integrierten Sensoren die Systemintegration der Pumpen erheblich für unsere Kunden.
Christian Kissling: Technologisch haben wir die Intelligenz direkt in das Pumpensystem eingebettet. Die Vakuumpumpe reguliert präzise das Vakuumlevel, die Gaspumpe hält den Druck stabil, die Flüssigkeitspumpe sorgt für einen konstanten Förderstrom und die Dosierpumpe liefert genaue sowie präzise Flüssigkeitsmengen. Früher war für diese Steuerung externe Hardware und die Entwicklung einer eigenen Regelungslogik erforderlich. Jetzt ist alles integriert. Man könnte meinen, es sei einfach, einen Sensor mit einer Pumpe zu kombinieren und ein System aufzubauen. In Wirklichkeit ist es viel komplexer. Wir haben erhebliches Engineering investiert, um sicherzustellen, dass Sensor und Pumpe mit hoher Präzision sowie Zuverlässigkeit und gleichzeitig platzsparend und kosteneffizient zusammenarbeiten.
Warum hat KNF diese Intelligent Pump Features entwickelt?
Christian Kissling: Viele Kunden verwenden externe Sensoren zur Pumpensteuerung, aber das ist oft kompliziert. Externe Sensoren benötigen Platz, sind oft teuer und selbst wenn sie funktionieren, müssen Kunden den geschlossenen Regelkreis selbst entwickeln. Das beinhaltet nicht nur die Softwareentwicklung, sondern auch Parametereinstellungen und umfangreiche Tests. Diese Entwicklungsarbeit haben wir für unsere Kunden übernommen. Unsere intelligenten Pumpen bieten eine sofort einsatzbereite Lösung, die kompakt, wirtschaftlich und zuverlässig ist.
Reto Furrer: Wir haben einen deutlichen Bedarf im Markt erkannt. Kunden wünschen sich Präzision und Kontrolle, aber nicht jeder hat die Kapazitäten, Zeit und Ressourcen, um das selbst zu entwickeln. Durch die Integration von Sensoren und Regelungslogik direkt in die Pumpe erleichtern wir ihnen die Arbeit und verbessern ihre Systeme.
Können Sie erklären, wie der geschlossene Regelkreis bei diesen Pumpen funktioniert?
Christian Kissling: Ein geschlossener Regelkreis bedeutet, dass die Pumpe kontinuierlich ihre Ausgangsgröße überwacht und ihre Arbeitsweise anpasst, um den gewünschten Sollwert zu halten. Ganz egal ob es sich um Vakuum, Druck oder Durchfluss handelt. Wenn zum Beispiel der Druck durch eine Systemänderung wie das Öffnen eines Ventils sinkt, kompensiert das die Pumpe automatisch, um den gewünschten Druck zu erreichen. Man kann sich das wie eine Art Tempomat in der Pumpe vorstellen. Sie reagiert sofort auf Veränderungen. Das ist entscheidend für Anwendungen in Analysegeräten, der Medizintechnik oder für industrielle Prozesse, bei denen Präzision unerlässlich ist. Dies sorgt für Stabilität und Reaktionsfähigkeit.
Wie unterstützen diese Innovationen Ihre Kunden und wie spiegeln sie die Herangehensweise von KNF bei technologischen Entwicklungen wider?
Reto Furrer: Die intelligenten Pumpen sind das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung sowie enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Dank dieser langjährigen Partnerschaften haben wir ein tiefes Verständnis für ihre Herausforderungen gewonnen und können Lösungen entwickeln, die diesen Bedürfnissen wirklich gerecht werden. Anstatt Trends zu verfolgen, konzentrieren wir uns auf sinnvolle Innovationen mit echtem Mehrwert.
Christian Kissling: Wir haben unsere Expertise in Membranpumpentechnologie mit fortschrittlicher Elektronik und Software kombiniert, um eine Produktlinie zu schaffen, die intelligent, robust und einfach zu integrieren ist. Unser Ziel war es, eine Technologie zu entwickeln, die nicht nur neu, sondern auch praktisch und benutzerfreundlich ist. Wir haben viel Zeit und Ressourcen investiert, um sicherzustellen, dass diese Innovationen einen spürbaren Unterschied in den Anwendungen unserer Kunden machen.
Welche Branchen oder Anwendungen profitieren am meisten von diesen Intelligent Features?
Reto Furrer: Überall dort, wo Präzision zählt. Analysegeräte, Umweltüberwachung, medizinische Diagnostik, Inkjet-Technologien sowie Lebensmittel- und Getränketests oder Wasseraufbereitung sind nur einige Anwendungen, bei denen intelligente Pumpen erhebliche Vorteile bieten. Diese Pumpen vereinfachen das Systemdesign und verbessern die Leistung.
Generell werden die meisten OEMs den reduzierten Bedarf an externen Steuerungssystemen zu schätzen wissen. Das spart Platz, reduziert Komplexität und verkürzt Entwicklungszyklen. Und es erspart ihnen Kopfzerbrechen, wenn sie Sensoren mit Pumpen kombinieren möchten. Der Einstieg in unsere Pumpen mit Intelligent Features ist einfach. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, sie per USB mit einem Computer zu verbinden und verschiedene Betriebsparameter einzustellen. Das macht sie ideal für Experimente, auch, wenn letztendlich die Wahl auf eine Pumpe ohne Intelligent Features fällt.
Vielen Dank für das Interview!

